Fundament für Gartenhaus erstellen

Sie möchten in Ihrem Garten ein "kleines Häuschen" errichten und wollen es auf ein richtig schönes Fundament bzw. eine Betonbodenplatte setzen? Ein Bauunternehmen ist Ihnen zu teuer, also errichten Sie es in Eigenarbeit. Aber wie geht das? Wir helfen Ihnen dabei.

 Eine Baugenehmigung haben Sie? Nein? Die brauchen Sie aber wahrscheinlich. Ab einem bestimmten Raumvolumen (Breite X Tiefe X Höhe) wird eine Genehmigung benötigt. Da dies jedoch von Ort zu Ort unterschiedlich gehandhabt wird, sollten Sie sich v o r h e r beim zuständigen Bauamt informieren.

Nun, da Sie die Baugenehmigung haben, können wir loslegen.

Grundsätzlich gibt es mehrere Möglichkeiten, wie Sie den Untergrund für Ihr Gartenhaus gestalten können. Sollten die Abmessungen Ihres Gartenhauses so klein sein, daß es lediglich zur Lagerung von Gartengeräten oder ähnlichem verwendet werden soll, reicht es vollkommen aus, den Untergrund eben zu machen. Eine Kiesschüttung mit Gehwegplattenabdeckung ist in diesem Fall zusätzlich möglich. Wollen Sie jedoch Ihr Gartenhaus frostsicher gestalten, sollten Sie ein Streifenfundament oder eine Bodenplatte betonieren.

1. Möglichkeit: Fundamentplatte

Eine Fundamentplatte ist im Gegensatz zu einem Streifenfundament einfacher in der Ausführung. Der Nachteil liegt im hohen Beton- und Bewehrungsbedarf, da die Platte um einiges dicker ausfällt.

 

Für die Fundamentplatte heben Sie den Boden zunächst über die ganze Grundrissfläche (bzw. umlaufend 10 cm größer) 30 cm tief aus. Falls nötig (siehe auch Streifenfundament) stellen Sie nun eine Randschalung aus Brettern oder Dielen her. Als Maßnahme gegen aufsteigende Feuchtigkeit verteilt man nun eine kapillarbrechende 15 cm dicke Kiesschicht. Verwenden Sie sogenannten "Füllstoff", den es in jedem Kieswerk gibt und der aus einem ungewaschenen Kies-Sand-Gemisch besteht. Den Kies sollten Sie sorgfältig verdichten, also fest "einstampfen". Anschließend wird der Kies mit einer dicken PE-Folie belegt.

Nun füllen Sie Beton ein - etwa 5 - 7 cm und legen auf den feuchten Boden als Bewehrung "Q-Matten" aus, die Sie zuvor zugeschnitten und zurechtgelegt haben. Diese Matten des Typs 188 oder 221 sind jedermann als "Stahlmatten" bekannt. Wenn Sie die Matten stückeln müssen, dann so, daß drei Quadratreihen überlappen. Nun wird der restliche Beton verfüllt und sauber abgezogen. Richtiger ist auf jeden Fall, die Stahlmatten auf sog. Abstandhaltern auf die Folie zu legen und dann den Beton auf einen "Rutsch einzubringen".

Beachten Sie, daß die Matten seitlich nicht aus der Bodenplatte herausragen dürfen, ein Abstand von etwa 3 cm zum seitlichen Rand der Bodenplatte ist einzuhalten.

Und welchen Beton sollten Sie nehmen? Wenn Sie Fließbeton bestellen, was in jedem Fall sinnvoll ist, so nehmen Sie Beton "B 25" der Körnung 0/16.

Wenn Sie den Beton selbst mischen, nehmen Sie Kies der Körnung 0/16 und Portlandzement PZ 35 im Mischungsverhältnis 12 Schaufeln Kies und 3 Schaufeln Zement. Wasser braucht man natürlich auch. Das Verhältnis Wasser zu Zement ( in Gramm gemessen) sollte etwa eins zu zwei betragen. Bei zum Beispiel 10 kg Zement entspricht das 5 kg bzw. 5 Liter Wasser.

2. Möglichkeit: Streifenfundament

Um ein dauerhaftes und frostsicheres Streifenfundament zu erstellen, muß es mindestens 80 cm tief in das Erdreich eingebunden werden. Dadurch wird ein Abplatzen oder Sprengen des Betons durch Frosteinwirkung verhindert. Streifenfundamente werden unter den tragenden Wänden angeordnet und können im Fall unseres Gartenhäuschens, das eine geringe und gleichmäßige Belastung ausübt, ohne Bewehrung ausgeführt werden. Vorteil einer Streifengründung ist, daß die Bodenplatte wesentlich dünner und mit weniger Bewehrung ausgeführt werden kann. Bei der Bodenplatte reicht eine Dicke von 10 cm.

Bodenplatte und Streifenfundament werden am besten in einem Stück betoniert. Stecken Sie also zunächst die Außenmasse Ihres Gartenhäuschens ab und heben Sie den Boden 20 cm tief aus. Unter den Außenwänden heben Sie einen 60 cm tiefen und 30 cm breiten Graben aus. Insgesamt kommen Sie damit für Ihre Streifengründung auf 80 cm Tiefe und sind im frostsicheren Bereich.

Wenn Ihnen der Graben nicht zusammenfällt (stehender Boden), kann man auf eine Schalung verzichten. Ist der Boden jedoch sandig und die Ausschachtung bröckelt ab, müssen Sie eine Schalung vornehmen. Dies bedeutet natürlich weitere Arbeit.

Nehmen Sie eine Span- bzw. OSB-Platte (mindestens 80 cm hoch) und stellen sie diese an die äußere Böschung. Alle 50 cm befestigen Sie ein Kantholz zur Aussteifung und stützen es seitlich ab.

Ganz elegant geht es mit speziellen Fundament-Formteilen aus expandiertem Polystyrol (EPS), wie sie z.B. die Firma Unidek, Bremen herstellt. Die Schalungselemente können einfach auf dem tragfähigen Boden montiert werden. Die Schalung bleibt nach dem Betonieren im Erdreich zurück und übernimmt die Aufgabe einer Dämmung.

Bringen Sie nun auf der Fläche der Bodenplatte eine sogenannte Sauberkeitsschicht an. Diese besteht aus einer 10 cm dicken Kiesschüttung, die Sie verdichten sollten. Über die verdichtete Kiesschicht legen Sie eine PE-Folie. Um Sicherheit gegen Rißbildung zu haben, brauchen Sie noch eine Bewehrung. Nehmen Sie Stahlmatten Q 131 oder Q 188. Die Stahlmatten verteilen Sie über die gesamte Querschnittsfläche. Schneiden Sie die Matten auf Ihre Masse zurecht. Treffen zwei Mattenstücke aufeinander, müssen sie überlappend verlegt werden (drei Quadratreihen). Um die nötige Betondeckung zu erhalten, befestigen Sie Abstandhalter an der Bewehrung. Auch an den Rändern muß die Betondeckung gewährleistet sein. Legen Sie die Stahlmatten also nicht bis an den Rand, sondern lassen Sie einen Abstand von ca. 3 cm.

Nun können Sie anfangen zu betonieren. Es ist auf alle Fälle ratsam, den Beton von einem Betonwerk zu beziehen, denn nur so ist eine einwandfreie Mischung und Konsistenz gegeben. Bestellen Sie einen Beton "B25" der Körnung 0/16.

Das Rezept zum Selbermischen des Betons finden Sie im Kapitel Fundamentplatte. Füllen Sie nun den Beton in die Ausschachtung und verdichten Sie Ihn durch stampfen mit einem Kantholz oder ähnlichem. Sind Sie ganz professionell, leihen Sie sich einen Rüttler und verdichten den Beton auf diese Weise. Ziehen Sie nun die Oberfläche des Betons glatt und nivillieren Sie die Oberfläche waagerecht aus.

Im Sommer sollten Sie zusätzlich darauf achten, die Betonoberfläche feucht zu halten. Zu schnelles Austrocknen fördert die Rißbildung.